Das Grödnertal: zwischen Kultur und Kunsthandwerk

Die ladinische Sprache und ihre Kultur

Südtirol ist seit jeher ein Land, in dem die mediterrane und germanische Kultur aufeinandertreffen und sich vermengen. Einige wissen vielleicht gar nicht, dass neben den kulturellen und sprachlichen Facetten des Deutschen und Italienischen auch noch eine kleine aber robuste Kultur bestand hat: die ladinische Kultur.

Das Grödnertal ist eins dieser Täler, in dem die Kultur durch die Bräuche und die Sprache der Einwohner überliefert wird, welche sie mit über 55.000 weiteren Personen, verteilt über die Regionen Südtirol, Venetien und Trentino teilen.

Es hat den Anschein, dass die ladinische Sprache von der gesprochenen Sprache der antiken Bevölkerungsgruppen Noricums, einer Region, die heutzutage mit Bayern und Österreich übereinstimmt, abstammt. Im 5. Jahrhundert n.Chr. flohen die Einwohner dieser Region vor dem Einfall der Barbaren und fanden in den östlichen Alpen Schutz.

Der Dialekt des Grödnertals, welchen man heute noch in den Ortschaften des Tals hört, ist eine lokale Ausbildung dieser Sprache, die italienische Einflüsse mit deutschen Vokabeln verbindet.

Kunsthandwerk im Grödnertal

Die Ladiner des Grödnertals sind für ihre kunsthandwerklichen Fertigkeiten bei der Bearbeitung von Holz bekannt. Ihren Anfang nahm diese Tradition um 1625, ihre antiken Wurzeln liegen aber in den Tätigkeiten, die auf den Almhütten ausgeübt wurden. Später erreichte die Berühmtheit des Grödner Kunsthandwerks ein solches Ausmaß, dass man sogar in Spanien und Portugal davon gehört hatte.

Spielzeuge und Holzfiguren sind die Hauptprodukte der Grödner Holzschnitzer, die auch heute noch die Tradition mit Hingabe und konstantem Einsatz am Leben erhalten.